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16,4 Milliarden Euro an EU-Mitteln könnten für Ungarn verfügbar werden – Schwerpunkte und Zeitplan im Überblick

Politische Einigung über eingefrorene EU-Mittel – 16,4 Milliarden Euro könnten für Ungarn verfügbar werden

Die Europäische Kommission und die ungarische Regierung haben eine politische Einigung über die Freigabe bislang eingefrorener EU-Mittel erzielt. Insgesamt könnten dadurch 16,4 Milliarden Euro für Ungarn verfügbar werden. Das Paket umfasst 10 Milliarden Euro aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF), 4,4 Milliarden Euro aus Kohäsionsmitteln sowie 2,2 Milliarden Euro für Bildung, Universitäten sowie Forschung und Entwicklung.

Geplante Verwendungszwecke der Mittel

Den veröffentlichten Informationen zufolge sollen die Mittel mehrere Schwerpunktbereiche unterstützen. Die 4,4 Milliarden Euro an Kohäsionsmitteln sind vor allem für die Finanzierung von KMU, für Gesundheitsinvestitionen sowie für Verkehrs- und Infrastrukturentwicklungen vorgesehen. Der Bildungsrahmen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro soll insbesondere Hochschulen sowie Forschungs- und Innovationsaktivitäten stärken.

Nach Angaben von Péter Magyar könnten darüber hinaus rund 4 Milliarden Euro für Investitionen eingesetzt werden, die den finanzpolitischen Spielraum des ungarischen Staatshaushalts erweitern und zusätzliche Entwicklungsprojekte ermöglichen. Weitere 1,5 Milliarden Euro sollen in den Ausbau des Stromnetzes fließen, um die Integration neuer Solar- und Windkraftkapazitäten zu unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung des Schienenverkehrs. Hierfür könnten rund 2 Milliarden Euro für die Beschaffung neuer Intercity- und Nahverkehrszüge bereitgestellt werden. Für Wohnungsbau- und Wohnraumprogramme sind 600 bis 800 Millionen Euro vorgesehen. Darüber hinaus wurde über digitale Technologieentwicklungen Einigkeit erzielt, ohne dass hierfür bislang ein konkreter Finanzrahmen genannt wurde.

Was bedeutet die politische Einigung?

Die politische Einigung bedeutet keine sofortige Auszahlung der Mittel. Vielmehr haben sich die Europäische Kommission und die ungarische Regierung auf die Bedingungen für die Freigabe der Gelder verständigt. Die tatsächliche Verfügbarkeit der Mittel hängt weiterhin von der Umsetzung der zugesagten Reformen sowie von deren positiver Bewertung durch die Europäische Kommission ab.

Voraussichtlicher Zeitplan

Die mit der Aufbau- und Resilienzfazilität verbundenen Verpflichtungen müssen bis August 2026 erfüllt werden. Anschließend erfolgt die Bewertung durch die Europäische Kommission, sodass erste Auszahlungen voraussichtlich ab Dezember 2026 möglich sind.

Bei den Kohäsionsmitteln folgt nach Verabschiedung der erforderlichen gesetzlichen Änderungen eine Prüfungsphase von 60 Tagen, die gegebenenfalls um weitere 30 Tage verlängert werden kann. Daher könnten erste Kohäsionsmittel voraussichtlich ab dem 3. Quartal 2026 verfügbar werden.

Zusammenfassung

Auf Grundlage der politischen Einigung könnten für Ungarn insgesamt 16,4 Milliarden Euro an EU-Mitteln verfügbar werden. Die tatsächliche Freigabe bleibt jedoch an die Umsetzung der vereinbarten Reformen und die Genehmigung durch die Europäische Kommission gebunden.

Übersichtstabellen

Finanzierungsquelle Volumen Schwerpunktbereiche
RRF 10,0 Mrd. € Wirtschaft, Energie, Verkehr, Digitalisierung
Kohäsionsmittel 4,4 Mrd. € KMU, Gesundheit, Verkehr
Bildung & F&E 2,2 Mrd. € Universitäten, Forschung und Entwicklung
Gesamt 16,4 Mrd. €  

 

Investitionsbereich Rahmen
KMU-Finanzierung, Verkehr, Gesundheit 4,4 Mrd. €
Universitäten und Forschung 2,2 Mrd. €
Haushaltsspielraum und Investitionen ca. 4,0 Mrd. €
Ausbau des Stromnetzes 1,5 Mrd. €
Beschaffung von Schienenfahrzeugen 2,0 Mrd. €
Wohnungsbauprogramme 0,6–0,8 Mrd. €
Digitale Technologien Noch nicht bekannt